Lange ist’s her

Ist schon wieder ziemlich ruhig geworden nach nur 5 Artikeln vor 3 Jahren. Das hat vor allem mit meinem Informatikstudium und der damit verbundenen begrenzten Zeit zu tun. Doch ich habe in Zwischenzeit nicht nur Informatik studiert und stehe gerade vor meinem letzten Semester, ich habe die letzten 4 Semester noch ein weiteres Projekt in Angriff genommen. Genauer gesagt habe ich mit einem Kollegen eine Firma gegründet.
Das hört sich für mich immer noch komisch an… Eigentlich wollten wir doch nur eine App entwickeln. Eine Fashion-App genauer gesagt. Aber ich fange mal von vorne an.

Am Anfang war das Problem

Bei meinem damaligen und aktuellen Nebenjob in einer kleinen IT-Dienstleistungs-Firma in Aschaffenburg habe ich Christian kennengelernt, der in Aschaffenburg BWL studierte (und noch studiert), mit dem ich die Pocketrobe UG gegründet habe. Wir verstanden uns eigentlich auf Anhieb & hatten ähnliche Interessen. Vor allem hatten wir beide Freundinnen, deren Problem wir zu lösen versuchen wollten. Ein voller Kleiderschrank und keine Ahnung was man anziehen sollte.

Auch keine Ahnung aber wird schon irgendwie

Derzeit hatte ich zwar schon ein iPhone (Daher auch die Entscheidung für iOS-only am Anfang) aber noch keine Ahnung wie man dafür Entwickelt. In der Hochschule wurde uns C/C++ und Java gelehrt. Ein wenig PHP & MySQL stand auch auf dem Vorlesungsplan, sowie relationale Datenbanken als eigene Vorlesung.
Der erste Ansatz meinerseits war C++ als Hammer für jeden Nagel zu benutzen und schaute mich nach Möglichkeiten um, in C++ für das iPhone zu entwickeln, doch traf auf keine zufriedenstellende Lösung. Eine native iPhone-App sollte es werden, entschloss ich. Alles andere ging einher mit zu vielen Kompromissen. Ich brauchte ja Kamerazugriff, eine Datenbank und ein bisschen Schnickschnack mit Scrollviews.

Learning by doing!

So, wie lerne ich also Objective-C?! An der h_da gab es damals noch keine Vorlesung in der die Programmiersprache behandelt wurde. Natürlich gibt es einige Bücher, doch nach den ersten Seiten bemerkte ich, dass ich nicht besonders gerne lese. Also lud ich mir erstmal die Entwicklungsumgebung Xcode auf mein Macbook und stand wie der Ochs vorm Berg. Durch googeln kam ich langsam zurecht, doch kam nicht umher mir einige Tutorials anzusehen. Empfehlen kann ich hierbei die iPhone Tutorials von Ray Wenderlich, mit denen man relativ schnell an die Programmierung für iOS herangeführt wird. Und schnell Lernerfolge erzielt. Ein wenig Vorkenntnisse sollte man jedoch trotzdem mitbringen.

Die Ungeduld siegte…

Aber ich wollte endlich meine eigene App schreiben, nicht die Apps aus den Tutorials nachprogrammieren. Das erwies sich im nachhinein jedoch als keine so glorreiche Idee. Dadurch, dass ich mich noch nicht so gut im iOS-Framework auskannte habe ich mir Funktionen, die man eigentlich “geschenkt” bekommt selbst implementiert, was viel Zeit in Anspruch genommen hat. So habe ich mir z.B. meinen eigenen NavigationController sowie meinen eigenen CollectionViewController geschrieben. Natürlich habe ich dabei viel gelernt, jedoch war es ja das Ziel eine App zu entwickeln.
Auf jeden Fall habe ich gelernt mich erstmal zu informieren ob jemand anderes, wenn nicht sogar das iOS-SDK selbst eine gewünschte Funktionalität anbietet, bevor ich alles selbst schreibe.

Was ist Pocketrobe überhaupt?

An dieser Stelle möchte ich aber erstmal Pocketrobe vorstellen. Wie eingangs schon erwähnt, handelt es sich bei Pocketrobe um eine Fashion-App. Genauer gesagt eine Kleiderschrank App mit integrierter Ankleide. Zum einen hat man die Möglichkeit seinen kompletten Kleiderschrank zu katalogisieren, d.h. seine Kleidungsstücke einzupflegen, sie mit Details zu versehen und so auch in einem großen Kleidungs-Repertoire den Überblick zu behalten. Des weiteren kann man beim Importieren der Kleidungsstücke diese zusätzlich noch an eine Silhouette anpassen. (Siehe Video)


Das ermöglicht danach ein Anprobieren der Einzelteile in einer Ankleide. Die virtuelle Anprobe ist das Herzstück von Pocketrobe in das bei der Entwicklung besonders viel Zeit geflossen ist.
Ziel war es:

  • Nach einem einmalig “aufwändigerem” Fotografieren & Import schnell und einfach Outfits zusammenstellen zu können um die Zeit vor dem Kleiderschrank zu reduzieren
  • Die erstellten Outfits sollte man in jeder Situation wie z.B. der Zug-/Busfahrt kreieren können. (Daher auch erstmal iPhone-only, da man es immer dabei hat)

Viele Kleiderschrank-Apps bieten zwar eine Art Mood-Board an, jedoch erfordert das Erstellen auch nach dem Importieren noch viel Aufwand. Im Outfit-Creator von Pocketrobe kann man durch wischen der einzelnen Körperteile seine Outfits sogar einhändig erstellen. Und hat man mal komplett keine Ahnung was man anziehen soll, kann man sich durch Schütteln des iPhones ein Zufallsoutfit zusammenwürfeln lassen.

Aus 1 mach 2

Zunächst war Pocketrobe als eine App geplant. Diese sollte neben der eigentlichen Kleiderschrank & Ankleide Funktionalität auch einen Onlineshop enthalten. Dafür benutzten wir die Shopsense-Schnittstelle der Firma Shopstyle. Shopstyle bietet diese Schnittstelle hauptsächlich für Blogger an, die Ihre Beiträge mit Produkten aus der Shopsense-API monetarisieren wollen ;).

Diese Schnittstelle stellt Produkte von (allen bekannteren) Onlineshops wie z.B. Zalando, Otto, ASOS, Urban Outfitters,… inkl. Details bereit und Shopstyle bezahlt pro Weiterleitung (CPC) auf die Produktseite des jeweiligen Onlineshops. Zusätzlich stellt Shopstyle aber auch ein iOS-Framwork bereit, das die Integration in die eigene App relativ einfach macht. Diese Schnittstelle ist aber auf kostenlose Apps beschränkt (außer man macht einen speziellen Deal mit Shopstyle), was wir auch erst nachträglich erfahren haben. Da wir Pocketrobe aber kostenpflichtig im Appstore anbieten wollten, entschlossen wir uns, die “Pocketrobe Shop”-App als eigenständige App zu veröffentlichen.

Fortsetzung folgt…

Das soll es erstmal gewesen sein für jetzt.
In der nächsten Zeit möchte ich noch über:

  • Unsere Erfahrungen mit Investoren
  • Shopstyle und die Shopsense-API
  • Entscheidungen von der Gründung bis zum Appstore-Release
  • Marketing

und weitere Dinge schreiben, die uns in unserem “Start-Up”-Alltag so beschäftigten und aktuell beschäftigen.

Die Apps findet man hier:
Pocketrobe (App-Store-Link)
Shop (App-Store-Link)

Weitere Infos außerdem auf:
Pocketrobe.com